Fair geht vor – der Barmenia Fairness-Pokal!

Es war eine Premiere in der Geschichte des seit 1976 bestehenden Barmenia Fairness-Pokals, als am Ende der Saison  2014/2015 zum ersten Mal ein Verein in beiden Kategorien, also sowohl bei den Senioren als auch bei den Junioren, der fairste Verein Wuppertals (oder genauer: des Fußballkreises Wuppertal-Niederbergs) wurde: die so ausgezeichneten Burschen durften sich selbst auf die Schultern klopfen und das haben wir auch ausgiebig getan!

1. Es ist eine schöne Einrichtung, dass seit 1976 – der Jugendwettbewerb wurde drei Jahre später ins Leben gerufen – in jedem Jahr anhand der in den Amtlichen Mitteilungen des Fußballkreises Wuppertal-Niederberg veröffentlichten Strafen eine Fairness-Tabelle aufgestellt wird, um das Fairplay nicht nur in Sonntagsreden, sondern auch finanziell zu belohnen. Für diesen Bereich ist die Barmenia-Versicherung verantwortlich, die für den Sieger jeweils vierstellige Beträge spenden und auch die Zweit- oder Drittplazierten nicht vergessen.

Die Regeln des Wettbewerbs sollen hier nicht ausführlich geschildert werden, aber sie können im Internet unter

http://www.barmenia.de/de/subs/fairplay/teilnahmebedingungen/uebersicht.xhtml

nachgelesen werden. Dort sind auch die Siegerlisten und innerhalb der Saison die Zwischenbilanzen veröffentlicht. Es ist dabei aber nicht klar zu sehen, wie viele Vereine bei dem Wettbewerb teilgenommen haben, denn teilweise können Vereine auch ausgeschlossen werden, zum Beispiel, wenn sie für einen Spielabbruch verantwortlich sind. Auch die Breiten Burschen waren schon einige Male in ihrer Geschichte zu Spruchkammersitzungen eingeladen, in denen es um Spielabbrüche ging, aber stets als Zeugen, niemals als Verursacher. Jedenfalls gebührt der Barmenia-Versicherung ein großer Dank aller im DFB Fußballkreis Wuppertal-Niederberg spielenden Vereine für ihr Engagement in diesem Bereich.

2. Es ist schon etliche Jahre her, der SC Breite Burschen Barmen war noch nicht mal im Grundschulalter, da stellte einer unser Verantwortlichen fest, dass wir in der Barmenia-Fairplay-Wertung auf einem der vorderen Plätze standen. Die Überraschung war ebenso groß wie die Hoffnung darauf, unter die ersten Drei zu kommen, denn für die ersten drei Plätze waren Preisgeldern ausgeschrieben, die der junge Verein gut hätte brauchen können. Als es dann in der Endabrechnung nicht zum Treppchen reichte, kamen intern Verschwörungstheorien auf, dass der Kreis uns nicht wohl gesonnen sei und deshalb trotz seit dieser Information tadellosen Verhaltens aller Spieler gegen die Burschen integriert hätte. Dass dieser Verdacht völlig haltlos gewesen sein wird, braucht nicht näher erläutert zu werden. Wahrscheinlich lag das Zwischenergebnis – wie heute im Internet auch oft – noch ein wenig zurück. Außerdem waren uns die Bedingungen gar nicht bekannt, so dass nicht klar war, wofür es denn nun alles Strafen gibt…

Die Zeiten haben sich mittlerweile gewandelt. Das Verhältnis zum Fußballkreis könnte kaum besser sein. Die Stadt Wuppertal hat uns den Sportplatz Rauental anvertraut und wir zahlen dieses Vertrauen seitdem in Form der mittlerweile schönsten Anlage Wuppertals zurück. Und beim Barmenia-Fairness-Pokal haben wir inzwischen seit fünf Jahren einen Lauf. Im Jahre 2014 noch überraschender Sieger bei den Senioren, wurde im folgenden Jahr das legendäre Double geholt und auch in der abgeschlossenen Saison stehen die Burschen in jeder Kategorie unter den Gewinnern: die Senioren auf Platz 2 und die Jugend auf Platz 3. Im November werden die Preise in der Leverkusener BayArena vergeben.

3. Aber woran liegt es, dass der Verein SC Breite Burschen Barmen nun schon das dritte Mal in der Barmenia-Hauptverwaltung ausgezeichnet werden wird? Hat sich in den letzten Jahren irgendetwas geändert? Fragen wir doch einmal bei den sportlich Verantwortlichen nach.

Jugendleiter Frank „Ede“ Domann erklärt den Umstand, dass wir vorher niemals unter die ersten drei Vereine gekommen sind, mit dem Hinweis darauf, dass wir in der Vergangenheit in Situationen, in denen wir fast genügend Spieler für eine Mannschaft hatten, eine solche auch gemeldet haben. „Manchmal hat sich dieser optimistische Ansatz aber nicht ausgezahlt und dann haben wir Strafpunkte für das Zurückziehen einer gemeldeten Mannschaft erhalten.“ In den letzten Jahren erwiesen sich die Meldungen dagegen immer als einhundertprozentig richtig.

„Wir Trainer legen einfach Wert darauf, dass unsere Mannschaften sich benehmen“, begründet unser A-Jugend-Coach Marco Hausmann den positiven Trend. “Es gibt auch keine Mannschaft, mit der wir uns schlecht verstehen, auch mit den Verantwortlichen unseres Lokalrivalen Grün-Weiß haben wir in unserem Jahrgang seit Jahren ein sehr gutes Verhältnis.“ Insofern sei das Fairplay auch nicht ein reines „Burschen-Phänomen“. Marco erinnert sich, dass es „in der letzten Saison sehr viele Spiele gab, wo es gar keine Karten gegeben hat, auf beiden Seiten.“

Unser B-Jugend-Trainer Andreas Holt, der im Dezember 2015 auch die Trophäe der Barmenia entgegennahm, pflichtete dem bei: „Die Trainer leben den Spielern vor, wie man sich auf Platz verhält. Es gibt kein Toben oder Brüllen und gar Beschimpfen des Gegners, wir gehen stets auf den gegnerische Trainer zu.“ Dies färbe sich auch auf die Mannschaft ab. „Unsere Spieler wissen sich zu benehmen.“ Auf den Vorhalt, dass es aber erfahrungsgemäß in jeder Mannschaft Kandidaten gibt, die auf dem Platz zu Pulverfässern werden, weiß Andi, wie man damit umgehen sollte. „Ich rede sehr viel mit diesen Spielern, sage ihnen, dass sie sich zusammenreißen und nicht provozieren lassen sollen. Dies ist nicht in erster Linie der Gedanke des Fairplay, sondern des vernünftigen Verhaltens als Fußballmannschaft. Es geht da auch um den Schutz der Spieler vor sich selbst.“ Außerdem trüge es viel zur Ruhe auf dem Platz bei, wenn vom Kreis angesetzte Schiedsrichter die Spiele leiten. Bei Spielen, in denen der eigene oder gegnerische Betreuer pfiff, wäre oftmals von Beginn an eine spezielle Unruhe auf dem Platz.

Als „parteiischer Schiedsrichter“ einiger Spiele unserer U15-Mädchen kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass dort nicht nur selten Karten verteilt werden, sondern ganz selten überhaupt gepfiffen werden muss, weil die Mädchen von Natur aus nur den Ball, aber nicht ihre Gegner treten wollen und auch niemals einen Einwurf für sich reklamieren, wenn sie zuletzt am Ball waren. Dies hat Parallelen zu den Spielen der G- und F-Jugend, die im Fairplay-Modus ganz ohne Schiedsrichter ausgetragen werden. Die beteiligten Burschen-Trainer bemängelten zwar relativ häufig, dass ihre gegnerischen Kollegen sich nicht an die Regel gehalten hatten, während des Spiels keine Anweisungen an die Kinder zu geben, aber insgesamt hat sich diese Spielform offensichtlich bewährt.

Thorsten Borgardt, ein Bursche der ersten Stunde, weist darauf hin, dass die Burschen anfangs gar nicht die Kriterien erfüllten, um an dem Wettbewerb teilzunehmen (z.B. nicht genügende Anzahl der Jugendmannschaften). Als langjähriges Vorstandsmitglied hat er auch den Überblick darüber, dass es „auch in der Vergangenheit nie viele Strafen gegen den Verein gegeben hat. Wir mussten nur sehr selten Ordnungsgelder zahlen.“ Der Barmenia-Mitarbeiter kann sich unsere jetzige Stärke auch damit erklären, dass es vor einigen Jahren Regeländerungen gab und z.B. Bonuspunkte für eine Übererfüllung des Schiedsrichtersolls eingeführt wurden. Dies sei möglicherweise für einen Verein wie die Burschen vorteilhaft gewesen.

Womit wir auch in diesem Jahr wieder bei dem Punkt wären, dass unsere Schiedsrichter ein ganz wichtiger Faktor bei uns im Vereinsleben sind. Neben dem Dank an unsere aktiven Unparteiischen würden wir uns sehr freuen, wenn auch in Zukunft weitere Jugendliche einen Schiedsrichterkurs absolvieren und später auch an der Pfeife tätig sein könnten.

Schließlich tun Jugendleiter Ede Domann und Obmann Stefan „Fortuna“ Battenfeld ihr Übriges, um Strafen in Form von Ordnungsgeldern zu verhindern, denn auch Kleinvieh kann bekanntlich Mist machen und am Ende den Ausschlag geben zwischen einem warmen Regen für die Vereinskasse oder einem kalten Regen, in dem man stehen bleibt.

4. Es ist in jeder Mannschaft natürlich klar, dass es auch hin und wieder zu Platzverweisen oder (im Jugendbereich) Zeitstrafen kommen kann, schließlich genügt dazu bereits ein Handspiel auf der Torlinie oder ein Foulspiel, das als Notbremse ausgelegt wird. Auch das Meckern oder Reklamieren wird sich bei einem so emotionalen Spiel wie Fußball nicht völlig ausschließen lassen. Wir wollen schließlich auch keinen emotionslosen Fußball am Rauental.

Es bleibt aber festzuhalten, dass wir uns auf einem sehr guten Weg befinden. Kennzeichnend für eine positive Entwicklung ist auch, dass selbst eine frustrierende Saison, wie sie die Erste Mannschaft in den letzten Jahren des Öfteren hinter sich bringen musste, nicht dazu geführt hat, dass die Disziplin und das Fairplay gelitten haben. Auch wenn es rote und gelb-rote Karten gegeben hat, besitzen wir auch dort offensichtlich eine gute Basis.  Und dass sich Fairness auch außerhalb des Barmenia Fairness-Pokals lohnt, zeigte die Entscheidung des Fußball-Kreises, den in der Kreisliga B freigewordenen Platz in der Saison 2016/17 an den SC Breite Burschen Barmen zu vergeben. Wir hatten es uns verdient und werden auch in Zukunft den Fairplay-Gedanken hoch zu halten.

Jochen Thielmann


Dies ist ein Bericht aus dem Jahr 2016, der eigentlich im Jahrbuch 2016 erscheinen sollte. Da aber niemand gefunden wurde, der sich dem Projekt an nehmen wollte, ist der Beitrag erst einmal verschollen.

Wenn sich jemand dafür interessiert dies in Zukunft zu übernehmen, soll sich gerne melden.

Jochen Thielmann – j.thielmann@breite-burschen-barmen.de

oder

Oliver Herrmenau – o.herrmenau@breite-burschen-barmen.de

Hauptsächlich geht es darum, es in ein anständiges Format zu bringen! 

 

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