Warum heißen die so? Heute: SC Breite Burschen Barmen

02.01.2012, 11:20 Uhr | FUSSBALL.DE

Von Michael Glang

Es gibt sie quer durch Deutschland, in zahllosen Ligen – Vereine, bei denen man sich sofort fragt: Wieso heißen die so? Woher kommt der Name? FUSSBALL.DE stellt jetzt Klubs mit interessanten, kuriosen, ausgefallenen Namen vor. Heute, Teil 13:SC Breite Burschen Barmen, Kreisliga B Wuppertal-Niederberg.
Der Verein aus dem Stadtteil von Wuppertal zeigt, wie aus einer Schnappsidee eine echte Erfolgsgeschichte werden kann. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn “breite Burschen” hat weder etwas mit übermäßiger Körperfülle noch mit Breitensport zu tun.

“Als wir den Verein gegründet haben, waren wir alle Anfang 20. Und da waren wir natürlich viel feiern”, gesteht Jugendleiter Frank Domann, der vor 15 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des SC gehörte und zu Beginn als Spielertrainer fungierte, den Bezug zu überproportionalem Alkoholgenuss.

“Barmen United” bleibt in der Schublade

Zunächst seien die Überlegungen dahin gegangen, “just for fun” eine Betriebssportmannschaft zu gründen. Letztlich entschieden sich die 15-20 jungen Männer aber für die Vereinsgründung. “Wir haben den Vereinsnamen dann zum DFB geschickt und hatten bereits Alternativen wie “Barmen United” in der Hinterhand, falls unser Anliegen abgeschmettert wird. Der Antrag ging aber anstandslos durch die Instanzen und schon waren die Breiten Burschen geboren”. sagt Domann.

Umunwunden gibt er zu, große Teile der Mannschaft seien in den Anfangsjahren “direkt von der Diskothek auf den Platz getorkelt”. Damals sei der Klub noch belächelt worden. “Ein neuer Verein und dann noch der Name: ‘Was sind denn das für die Typen da?’, haben sich die Leute gedacht”, so Domann. Trotz der oftmals wenig professionellen Spielvorbereitung stellten sich schnell sportliche Erfolge ein: Gleich in der ersten Saison stiegen die Breiten Burschen auf.

Mädchenteams bei den Breiten Burschen

Heute belegt die erste Mannschaft einen sicheren Mittelfeldplatz in der Kreisliga B Wuppertal-Niederberg. Besonders stolz ist Domann darauf, dass dies alles ohne finanzielle Zuwendungen realisiert wurde. Weder die aktiven Spieler noch die Trainer und Jugendtrainer, von denen viele Inhaber offizieller Trainerlizenzen sind, bekommen einen Cent. “Rein ehrenamtlich” wird in dem Wuppertaler Stadtteil gearbeitet, stellt Domann zufrieden fest.

Mittlerweile ist aus der fixen Idee einiger lebenslustiger Twens ein stabiler und gesunder Verein geworden. “Als wir die Breiten Burschen gegründet haben, haben wir in keinster Weise geglaubt, dass da mal so etwas daraus wird. Mittlerweile haben wir nahezu 500 Mitglieder. An diese Dimensionen war damals nicht zu denken”, so Domann. 15 Mannschaften nehmen in der aktuellen Saison am Spielbetrieb teil. Kurioserweise gehen auch zwei Mädchen-Teams als “breite Burschen” auf Torejagd.

“Es haben ja nicht alle einen kleinen Özil zu Hause”

Im Seniorenbereich hatte sich der Klub recht schnell einen guten Namen gemacht. “Die Jugendarbeit kam dann vor neun Jahren ins Rollen. Von der Bambini-Mannschaft, die 2000 angefangen hat, sind heute immer noch viele im Verein und spielen mittlerweile in der B-Jugend, die es nach dem Aufstieg in dieser Saison sogar in die Leistungsklasse geschafft hat”, sagt Domann.

Neben den sportlichen Erfolgen macht sie in Barmen aber etwas Anderes stolz. “Der Verein ist nicht nur vom Namen her ein wenig anders. Wir sind hier viel freundschaftlicher und familiärer. Das merken die Kinder und das merken die Eltern. Wir haben jedes Jahr mehr Zugänge als Abgänge. Wir versuchen, uns von anderen Vereinen abzuheben und dies funktioniert”, so Domann, der ein weiteres Erfolgsrezept der Jugendarbeit preisgibt.  “Wir sagen klipp und klar: ‘Es wird in den Jahrgängen zusammen gespielt, egal ob gut oder schlecht’. Da wechselt keiner das Team. Und die Eltern finden das gut. Es haben ja nicht alle einen kleinen Özil zu Hause. Viele Kinder sind nur Durchschnitt und können so trotzdem mit den Kumpels zusammenspielen – von klein auf bis zur A-Jugend”. Dass die Arbeit Früchte trägt, zeigt sich daran, dass die Barmener alle Mannschaftsklassen besetzt haben – von den Bambinis bis zu den A-Junioren.

Heimspiele auf “Kampfasche”

Dazu seien die Heimspieltage echte Erlebnisse. “An den Wochenenden ist es schon klasse. Wir spielen natürlich noch auf guter alter Kampfasche. Das ist ein Event, wenn zehn Teams an einem Tag spielen” so Domann. Jeder kennt Jeden im Verein – auch einer der Grundsätze der Breiten Burschen. Die einzelnen Mannschaften sollen nicht separat ein Eigenleben führen, sondern sich immer als Teil des Vereins fühlen können.

Für die Zukunft ist der Klub jedenfalls gerüstet. “Wir waren 15 Jahre immer nur Gast auf den Sportgeländen, hatten keine eigene Anlage. Seit letzten Sommer sind wir nun Partner des Stadtteils und betreiben die Anlage Rauental in Eigenverwaltung” sagt Domann, der die selbstgestaltete Geschichte oftmals nur schwer glauben kann. “2011 war unser absolutes Top-Jahr. Man macht sich das nicht so klar. Aber wenn man in einer ruhigen Minute darüber nachdenkt, ist es schon Wahnsinn, was aus den Breiten Burschen geworden ist. Und das in so kurzer Zeit”.

Sportlich auf der Überholspur, privat allerdings mittlerweile gemäßigt. Die Zeiten sind ruhiger geworden bei den Breiten Burschen Barmen. Schon längst feiern die Gründungsmitglieder nicht mehr hemmungslos an jedem Wochenende. Durch den Klub haben sie aber eine wunderbare Erinnerung an ihre Sturm- und Drangphase. Und ganz nebenbei noch einen gesunden, florierenden Verein mit einer starken Jugendarbeit aufgebaut. Eine Erfolgsgeschichte also, die einst als echte Schnappsidee begann. Wenn das kein Grund zum Feiern ist…

Quelle: www.fussball.de

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